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im Haus Schwarzenberg
Rosenthalerstraße 39
10178 Berlin

fon +49.(0)30.308 725 76
fax +49.(0)30.282 90 33

Öffnungszeiten
mo - sa: 12 - 20h
so: 14 -19h


Anfahrt


Informationen zum Schwarzenberg e.V. und
weiteren Veranstaltungen im Haus gibt´s hier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

16.06 - 17.07.2005

MIT SUPERMANN FING ALLES AN
JÜDISCHE KÜNSTLER PRÄGEN DEN COMIC


Vernissage am 16.06.2005 um 20.00 Uhr
Lichtbildvortrag “The Deep Tub and other stories.” von Ben Katchor über Architektur und urbanes Design mit Comicstrips aus Metropolis am 17.06.2005 um 20.00 Uhr.
Podiumsdiskussion mit dem israelischen Schriftsteller Etgar Keret, der deutschen Zeichnerin Elke Steiner und dem Zeichner und Herausgeber des Comicmagazins bipolar Asaf Hanuka am 18.06.2005 um 16.00 Uhr
"Vom Golden Age zum Teflon Age - Jüdische Künstler beeinflussen die Comic-Industrie" - Vortrag von Lutz Göllner am 19.06.2005 um 16.00 Uhr


"Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay" von Michael Chabon haben jüngst einen lange vernachlässigten Fakt der Comic-Geschichte ins öffentliche Bewusstsein gerückt: die Erfinder des omnipotenten Superhelden waren jüdischer Herkunft. Als Jerry Siegel und Joe Shuster 1938 ihre erste "Superman"-Geschichte herausbrachten, hatten sie damit ein neues Genre ins Leben gerufen, dass während des Zweiten Weltkriegs vor allem in den USA boomte. Mehr noch, sie etablierten eine neue Erscheinungsform des Comics: das Comic-Heft mit originären Serien.

Wie Chabon gezeigt hat, ist es leicht möglich, etwa Superman als Reaktion auf den deutschen Nationalsozialismus und weniger als pure Allmachtsphantasie pubertierender Jungs zu lesen. Die Ausstellung wird zeigen, wie seitdem immer wieder jüdische Künstler mit explizit jüdischen Erfahrungen und Themen der Comic-Geschichte neue Impulse gaben und geben, wie jüdische Zeichner und Szeneristen auf die ästhetische, formale und inhaltliche Entwicklung des Comics Einfluss genommen haben.

Gerade in der thematischen und ästhetischen Verschiedenheit der Arbeiten zeigt sich, dass sich die Zeichner ganz unterschiedlichen Traditionen verpflichtet fühlen, die auch gar nicht comicimmanent sein müssen. Ziel der Ausstellung ist es daher, einen Eindruck von der Vielfältigkeit des Schaffens zu vermitteln und gleichzeitig das Besondere herauszustellen.





Folgende Künstler werden unter anderem in der Ausstellung zu sehen sein


Will Eisner: SPIRIT, A contract with God,

Asaf Hanuka und Etgar Keret: Pizzeria Kamikaze

Ben Katchor: The Jew of New York

Bernard Krigstein: Master Race u.a.

Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners

Art Spiegelman: MAUS

Elke Steiner und Etgar Keret: Ich und Ludwig töteten Hitler ohne Grund (Berliner Frühling)

Programm

16. Juni 20.00 Vernissage
17. Juni 20.00 “The Deep Tub and other stories.”
Lichtbildvortrag von Ben Katchor über Architektur und urbanes Design mit Comicstrips aus Metropolis.
18. Juni 16.00 Podiumsdiskussion mit dem israelischen Schriftsteller Etgar Keret, der deutschen Zeichnerin Elke Steiner und dem Zeichner und Herausgeber des Comicmagazins bipolar Asaf Hanuka
19. Juni 16.00 "Vom Golden Age zum Teflon Age - Jüdische Künstler beeinflussen die Comic-Industrie" - Vortrag von Lutz Göllner

Die Gäste

Asaf und Tomer Hanuka sind nach eigenen Aussagen "in the mid 70's in the outskirts of a major town in the Middle East" geboren, anderen Quellen zu Folge im Jahr 1974 in der Nähe von Tel Aviv. Als Kinder fallen den Zwillingsbrüdern amerikanische Superhelden-Hefte in die Hände, die ganz offensichtlich einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Obwohl mittlerweile räumlich voneinander getrennt – nach dem Militärdienst geht Asaf nach Frankreich und Tomer nach New York – geben sie seit 2002 gemeinsam das viel beachtete englischsprachige Independent-Comic-Heft bipolar heraus. Dort erscheint derzeit auch die englische Pizzeria Kamikaze-Fassung, die Teil der Ausstellung ist.

Von Asaf Hanuka sind bisher veröffentlicht worden:
Cassidy (Textvorlage Roger Martin)
Hors Limites (Textvorlage Didier Daeninckx)
Carton Jaune! (Textvorlage Didier Daeninckx)
Streets of Rage (Textvorlage Etgar Keret)

Ben Katchor wird 1951 in New York geboren, wo er bis heute lebt. Neben seiner Arbeit als Autor und Zeichner von Comic-Strips unterrichtet er an der School of Visual Arts, schreibt Libretti und Szenarien für Opern und inszeniert Theaterstücke. Überdies ist er bekannt für seine hoch unterhaltsamen Vorträge über die kleinen und oft unterbewerteten Dinge des Alltags und ihre überraschenden Beziehungen zu den großen Dingen des Lebens.
Als Comic-Zeichner debütiert er Anfang der 80er in RAW, seit 1988 realisiert Ben Katchor den Comic-Strip Julius Knipl, Real Estate Photographer, der flanierende Immobilienfotograf, für The New York Press. Ben Katchors Comics, er selbst bevorzugt die Bezeichnung picture stories, sind nicht für den schnellen Konsum geeignet. Sie verlangen dem Leser vielmehr Geduld ab, ganz so, als ob man seiner Hauptfigur Julius Knipl bei seinen melancholischen Streifzügen durch die Stadt tatsächlich folgen würde. Insbesondere gilt dies für sein bisher komplexestes Werk The Jew of New York. In dieser Geschichte versammelt Katchor eine Reihe erstaunlicher jüdischer Biographien und Begebenheiten – etwa die von Mordechai Noah, der im Norden der USA einen jüdischen Staat gründen wollte – die es im New York des Jahres 1825 so gegeben haben mag. Wie unter einer Patina liegend, wirken dabei die Figuren und die Orte, die der aufgeklärte Nostalgiker auf ihre scheinbar verlorene Vergangenheit hin untersucht.

Als Strip-Anthologien sind erschienen:
Cheap Novelties, The Pleasures of Urban Decay
Julius Knipl, Real Estate Photographer
The Jew of New York
The Beauty Supply District

Etgar Keret wird 1967 in Tel Aviv geboren, wo er bis heute lebt. Der nicht unumstrittene Autor von über 40 Kurzfilmen – einer seiner Filme bringt es als antisemitisch verdächtigt sogar zum Tagesordnungspunkt in der Knesset – lehrt an der dortigen Filmakademie.
Zum Schreiben kommt Etgar Keret bereits während seiner Militärzeit. Um die Isolation nach einer Strafversetzung aushalten zu können, beginnt er Kurzgeschichten zu schreiben. Eine gute Entscheidung, denn Kerets mal absurde, mal ironische und manchmal schmerzhafte Kurzgeschichten über die jüdisch-israelische Wirklichkeit sind in Israel sehr populär und bislang in mindestens fünfzehn Sprachen übersetzt worden.
Auffällig viele seiner Geschichten reizen offensichtlich Zeichner dazu, diese für den Comic zu adaptieren. Gemeinsame Arbeiten gibt es mit der ebenfalls in Tel Aviv ansässigen Künstler-Gruppe Actus Tragicus und mit Asaf Hanuka, zuletzt Pizzeria Kamikaze – der Kurzroman wird ursprünglich als Kneller`s Happy Campers veröffentlicht. Am ungewöhnlichsten ist sicherlich seine Zusammenarbeit mit der Berliner Zeichnerin Elke Steiner. Anlässlich der deutsch-israelischen Kulturtage illustriert Elke Steiner in regem Austausch mit dem Autor die auf feinnervige Weise den Holocaust zitierende Erzählung Shoes, die anschließend von Etgar Keret selbst gelettert wird.

Auf deutsch sind bisher u.a. erschienen:
Gaza Blues
Der Busfahrer, der Gott sein wollte
Mond im Sonderangebot
Pizzeria Kamikaze
Comics:
Nobody Said it Was Going to Be Fun (Zeichnungen Rutu Modan)
Streets of Rage (Zeichnungen Asaf Hanuka)
Pizzeria Kamikaze (Zeichnungen Asaf Hanuka)
Der Busfahrer, der Gott sein wollte (Zeichnungen Elke Steiner)
Shoes (Zeichnungen Elke Steiner)